Lernen mit und über digitale Medien

Videokonferenzen & Schule

In diesem Beitrag möchten wir unser Fazit nach der ersten Woche der Corona bedingten Schulschließung teilen.  In diesem Zusammenhang stellt sich u.a. die Frage wie das Zusammenspiel von Videokonferenz und Schule funktioniert. Unser Fazit in diesem Zusammenhang lautet bislang, dass Videokonferenzen eine gute Ergänzung im Rahmen des Distanzunterrichts sind, wenn man einige Regeln beachtet.

Zunächst wollen wir einmal beschreiben, wie der Unterricht von zu Hause aus letzte Woche verlaufen ist. Wir haben Aufgaben und Dateien über unsere Messenger und Cloud-Lösung die Schulcloud geteilt; das heißt wir haben Aufgaben und Dateien  für die Schülerinnen und Schüler bereitgestellt und dieses Selbstlernangebot mit entsprechenden Videokonferenzen ergänzt. Für die Videokonferenzen haben wir das Tool Zoom verwendet.

Wie organisiere ich eine Videokonferenz mit Zoom?

Der Basiszugang für dieses Tool ist kostenfrei und bietet einem die Möglichkeit bis zu hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Videokonferenz zusammen zu bringen. Die Meeting-Dauer ist dabei auf 40 Minuten beschränkt. Das ist aber in der Regel für unsere Zwecke vollkommen ausreichend. Personal Coaching im Rahmen von Meetings mit zwei Personen sind in diesem Zusammenhang mit einer unbegrenzten Dauer möglich. Aufgrund des komfortableren Backends empfehlen wir Lehrenden den Download und die Installation der entsprechenden Desktopversion, die für verschiedene Betriebssysteme angeboten wird. Für die Nutzung auf Tablets und Handys müssen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorher die App mit dem Namen Zoom Cloud Meeting herunterladen. Eine Anmeldung ist allerdings nicht notwendig.  Aus unserer Sicht bietet Zoom ein akzeptables Angebot vor dem Hintergrund der Datenschutzanforderungen, den preislichen Rahmenbedingungen und der zur Verfügung gestellten Performanz des Systems. Als Lehrerin bzw. Lehrer oder als Trainer müsst ihr euch anmelden aber die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber nicht. Diesen schickt man zu Konferenzbeginn ein entsprechenden Link zu, über den sie dann der Videokonferenz beitreten können. Das geht zum Beispiel aus Zoomanwendung heraus direkt per Email oder aber durch Copy and Paste des Links über andere Kommunikationswege wie z.B. in unserem Fall dem Schulcloud-Messenger.  Konferenzen können entweder adhoc aus einer laufenden Videokonferenz gestartet werden oder aber über das Backend  geplant werden. So lässt sich ein entsprechender Konferenzplan erstellen und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können mit einem Passwort auch vorher schon ohne dass ihr online seid in den Konferenzraum eintreten.

Wie steuert man das Videokonferenz-Tool Zoom?

Das wichtigste Steuerungselement für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Videokonferenz ist die Aktivierung und Deaktivierung von Audio, Mikrofon und Kamera unten links auf dem Bildschirm. Im Besonderen die Funktion Audio beitreten ist dann wichtig, wenn die Schüler mit einem Handy teilnehmen. Sie müssen zweimal auf das Mikrofon Symbol klicken, einmal um dem Audio beizutreten und dann nochmal für die  Aktivierung des Mikrofons.

Grundsätzlich hat man im Rahmen einer Videokonferenz in Zoom die Möglichkeiten über die Funktion Bildschirm teilen Dateien, die auf dem eigenen Endgerät geöffnet sind mit den Schülern gemeinsam zu betrachten. Das eröffnet auch die Möglichkeit diese Dateien während der Videokonferenz zu beschriften und sie  entsprechend zu ergänzen. Diese Möglichkeit kann man natürlich auch den  Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Verfügung stellen. Eine weitere Option unter Bildschirm teilen ist die Nutzung eines Whiteboards. Auf diesem kann dann wie auf einer Tafel geschrieben und gezeichnet werden. Diese aus unserer Sicht sehr praktische Option nutzen wir vor allem in Phasen, wenn wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern analog zum Präsenzunterricht in der Klasse eine Lösung entwickeln. Vorteil hierbei ist, dass man nachher das Ergebnis auf dem Whiteboard auch noch als Bild abspeichern als Ergebnis der Konferenz den Schülern im Nachhinein zur Verfügung stellen kann.

Wie lassen sich Störgeräusche während der Konferenz im virtuellen Klassenraum vermeiden?

Hierzu ein Praxistipp für eine Konferenz mit vielen Teilnehmern. Sollte es sich um eine Konferenz mit einer ganzen Klassen handeln kommen schnell 25 Schülerinnen und Schüler zusammen. Dann kann es selbst ohne aktive Störungen  alleine schon durch das Bewegen des Handys oder ein verschieben des Tablets/ Notebooks zu einer erheblichen Geräuschentwicklung im virtuellen Klassenraum kommen. In diesem Zusammenhang besteht die Möglichkeit unter Teilnehmer verwalten alle Teilnehmer stumm zuschalten. Wenn ein Schüler sich dann aktiv am Unterricht beteiligen will muss er dann sein Mikrofon kurz aktivieren. Dann sind bei uns auch kurze Zwischenrufe gestattet. Grundsätzlich gibt es in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit virtuell die Hand zu heben. Nach einem kurzen Test haben wir uns aber dagegen entschieden, Es erschien uns nur wenig praktikabel.

Wie gestaltete sich nun der Ablauf des Unterrichts?

Wie bereits erwähnt haben wir den Schülerinnen und Schülern der Klassen im Vorfeld Aufgaben verteilt, die bearbeitet werden sollten. Im Rahmen der Videokonferenzen konnten wir dann die Zeit dazu nutzen, um Lösungen zu vergleichen und um Schwierigkeiten zu besprechen. Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass die Videokonferenzen nicht zu lang werden. Unsere Konferenzen haben durchschnittlich 30 Minuten gedauert. In dieser Zeit konnte inhaltlich jede Menge besprochen werden.  Bei einer Videokonferenzdauer, die darüber hinaus geht leidet bei den Schülerinnen und Schülern in der Regel die Aufmerksamkeit und Sie werden unruhig.

Unterricht anhand eines konkreten Beispiels

Nun möchten wir ein konkretes Unterrichtsbeispiel im Fach Informationswirtschaft aus der Oberstufe des Bildungsgangs der BWA (Staatl. geprüfter kaufmännischer Assistent mit dem Schwerpunkt Betriebswirtswirtschaft) vorstellen. Unterrichtsinhalt ist hier im Moment die Erstellung von interaktiven Erklärgrafiken in PowerPoint. Im Rahmen einer relativ offenen Aufgabenstellung sollten die Schülerinnen interaktive Erklärgrafiken zu einem betriebswirtschaftlichen Sachverhalt erstellen und vorstellen. Zu Begin der Videokonferenz wurde die Aufgabenstellung kurz wiederholt und das entsprechende Arbeitsblatt nochmal durchgegangen. So war allen Schülerinnen und Schülern die Aufgabe entsprechend klar. Anschließend haben dann drei Schülerinnen und Schüler verschiedene Schüler präsentiert und ihren Lösungsansatz vorgestellt. Gemeinsam haben die anderen Schülerinnen und Schüler im Nachgang Feedback gegeben. Es wurden ggf. kleine Ergänzungen vorgenommen und sehr gute Bestandteile ebenso wie Verbesserungsvorschläge thematisiert. Den Abschluss der Videokonferenz bildet ein Ausblick wie der Distanzunterricht insgesamt weitergehen kann.

Was sind Grundlagen für eine gelungene Unterrichtsvideokonferenz?

Vorteilhaft für eine Videokonferenz sind offene Aufgabenstellungen, die auf ein  Handlungsergebnis abzielen, da sie den Austausch der Schülerinnen und Schülern untereinander und auch den Austausch mit mir begünstigen und auch notwendig machen. In einer weiteren Klasse stand der Einstieg in ein neues Thema im Mittelpunkt, in dessen Rahmen dann den Schülern neue Arbeitsaufträge erteilt wurden. In diesem Zusammenhang sollten die Schülerinne und Schüler dann mithilfe von verschiedenen Internetquellen und verschiedenen Youtube-Videos sich einen Überblick über ein neues Thema verschaffen. Als Handlungsergebnis sollte hierzu eine entsprechende Mindmap angefertigt werden. Diese Mindmaps kann man sich dann gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern anschauen. Das Ergebnis bildet dann einen sehr guten Startpunkt für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts nach den Osterferien,  um dann neu in das Thema einzusteigen.

Wie sieht die Wochenplanung des Distanzunterrichts aus?

In der praktischen Umsetzung gehen wir im Moment in der Regel so vor, dass die Schülerinnen und Schüler sich Unterrichtsinhalte anhand entsprechender Aufgabenstellungen in einer Doppelstunde selbstständig erarbeiten und wir die Ergebnisse dann in der nächsten Doppelstunde im Rahmen einer Videokonferenz besprechen. In diesem Zusammenhang werden dann Schwierigkeiten thematisiert. Das Erreichen der gesteckten Ziele hängt in diesem Zusammenhang maßgeblich von der Selbstdisziplin der Schülerinnen und Schüler ab.

Worin liegen Probleme von Videokonferenzen im Rahmen des Distanzunterrichts?

Ein Problem liegt wie bereits angesprochen in Störgeräuschen. Weitere Störungen können sich durch den integrierten Chat ergeben. Der animiert die Schülerinnen und Schüler natürlich dazu, dass sie zu Beginn einfach mal etwas wie z.B. „LOL“, „Hi!“ und „Wie geht’s?“  hineinschreiben. Aber wir denken, dass man das als Lehrer einfach aushalten können muss. Eine weitere Störung kann durch die Weitergabe des Zugangslinks an andere Schülerinnen und Schüler bzw. fremde Personen, die dann in der Videokonferenz sitzen entstehen. In dieser Situation haben wir diesen „Teilnehmerinnen und Teilnehmern“ direkt das Video ausgeschaltet und sie stumm geschaltet.  Dann hatten sie nichts mehr von der Videokonferenz, sie konnten nicht mehr aktiv teilnehmen und so auch die echten Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht stören. Ein weiteres Problem kann darin liegen, dass man nicht die Ergebnisse aller Schüler kontrollieren kann. Grundsätzlich streben wir diese Kontrolle aber auch nicht an.  Wir bauen auf die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler, dass sie die Zeit nutzen wollen, um sich auf die Unterrichtszeit nach den Osterferien vorzubereiten.

Unser persönliches Fazit

  • Videokonferenzen sind eine super Ergänzung im Rahmen des Distanzunterrichts.
  • Videokonferenzen werden von den Schülerinnen und Schülern sehr gut angenommen.
  • Videokonferenzen bieten eine gute Möglichkeit mit den Schülerinnen und Schülern in der momentanen Situation in Kontakt zu bleiben. So fühlen sich die Schülerinnen und Schüler der Prüfungsklassen nicht allein gelassen in der Prüfungsvorbereitung.
  • Die momentane Situation bietet einen guten Anlass den Schülerinnen und Schülern zu mehr Eigenverantwortung für den eigenen Lernprozess zu überlassen.

Tipp zum Abschluss

  • Haltet die Videokonferenzen kurz und macht den Ablauf einer Konferenz zu Beginn deutlich.
  • Nutzt offene Aufgabenstellungen, die den Austausch der Schülerinnen untereinander und mit der Lehrperson sowie das Einholen von Feedback von anderen notwendig macht.

Weitere interessante Ausführungen zum Einsatz von Videokonferenzen sind auch bei Upspeak zu finden.

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